Berufseinstieg als Trainee

Definition, Erklärung

Hochschulabsolventen, z.B. nach einem Studium von BWL (Betriebswirtschaftslehre) beginnen in einem Unternehmen häufig auch als Trainee. Ziel ist es, ihnen ein umfangreiches Wissen zum zukünftigen Berufszweig zu vermitteln und sie möglicherweise auf eine zukünftige Führungstätigkeit vorzubereiten. Damit schließt sich ans Studium noch eine praktische Lernphase in einer Firma an. Mit Hilfe eines Traineeprogramms werden verschiedene Abteilungen durchlaufen – auch international, in diversen Projekten gearbeitet, an Seminaren und speziellen Veranstaltungen teilgenommen. Das Programm dauert in der Regel 12 bis 24 Monate, manchmal auch 36 Monate. Die Einsatzbereiche sind vor allem in den betriebswirtschaftlichen Abteilungen, im Consulting, in der Marktforschung bzw. allgemein im Marketing und im Vertrieb. Auch ein interdisziplinärer Einsatz ist möglich.

Die Gestaltung des Traineeprogramms ist unternehmensindividuell. Im Gegensatz zu einem Ausbildungsberuf der IHK ist Trainee als Bezeichnung nicht geschützt und ohne Lehrplan. Viele Unternehmen nutzen die Möglichkeiten eines Trainees als Möglichkeit des Recruitings. Sie stellen oft mehrere Teilnehmer ein und bilden diese gemeinsam aus

Alternativ zum Trainee kann auch der Berufseinstieg als Assistent erfolgen. Erfahrene Kräfte steigen dagegen meist direkt in die neue Tätigkeit ein. Andere Möglichkeiten des Berufseinstiegs sind Praktikum oder berufsbezogenes Referendariat bei Lehrern und Volontariat im Journalismusbereich.

Arten von Traineeprogrammen:

  • Allgemeines Traineeprogramm
  • Fachtraineeprogramm
  • Traineestudium

Bestandteile eines Traineeprogramms:

Vorteile eines Traineeprogramms:

  • Trainee lernt das Unternehmen vielfältig kennen und erhält damit ein Wissen über Strategie, Ausrichtung, Unternehmenskultur, Prozesse und die formellen und informellen Netzwerke
  • Trainee lernt seine eigenen Fähigkeiten und Interessen kennen
  • Unternehmen lernt den Trainee kennen
  • Trainee kann Karriere strategisch planen
  • Trainee kann sich durch ein allgemeines Traineeprogramm den Schwerpunkt seiner zukünftigen Tätigkeit eruieren
  • Trainee kann systematisch Kontakte quer im Unternehmen aufbauen
  • Trainee wächst langsam in verantwortungsvolle Aufgaben hinein
  • Trainee ist fest angestellt und vollwertiger Mitarbeiter

Nachteile eines Traineeprogramms:

  • In der Regel geringeres Einkommen als bei Direkteinstieg, ca. 10 % weniger als bei direktem Einstieg
  • Traineeprogramme sind für die Unternehmen teuer, da spezielle Schulungen vorgesehen sind und der Mitarbeiter noch nicht autark und produktiv arbeitet
  • In der Regel kein unbefristeter Arbeitsvertrag, sondern befristeter Arbeitsvertrag

Tipps, Checkliste

  • Nutzen Sie Stellenbörsen, die Stellenangebote für Trainees anbieten
  • Manche Unternehmen bieten direkte Traineestellen an. Häufig finden Sie diese auf den Firmen-Websites. Sie können sich aber auch über eine Initiativbewerbung bewerben
  • Bewerben Sie sich auf eine Traineestelle so, dass v.a. die gewünschten Anforderungen an einen Trainee wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Flexibilität, Selbstbewusstsein, Wille zum Lernen und Kennenlernen des Unternehmens, herausgelesen werden können
  • Informieren Sie sich vor Antritt einer Traineestelle, am besten im Vorstellungsgespräch, über die Inhalte des vorgesehenen Traineeprogramms
  • Nutzen Sie die Chance zu einem Traineeprogramm
  • Achten Sie auf einen vielfältigen Einsatzplan
  • Seien Sie selbst aktiv bei der Gestaltung Ihres Einsatzplans
  • Übernehmen Sie frühzeitig Verantwortung in Projekten
  • Legen Sie sich nicht von Anfang an auf eine bestimmte Zielposition fest
  • Suchen Sie sich auch für die Zeit als Trainee einen Mentor, wenn Sie diesen nicht über ein Traineeprogramm zugeteilt bekommen

Arbeitsrecht, Urteile

Informationsquellen

Literatur

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