Bildungsurlaub im Ausland: den passenden Sprachkurs belegen

Gute Sprachkenntnisse können ein Türöffner sein – und zwar nicht nur im Privatleben, sondern auch auf der Karriereleiter. Wer fließend Englisch, Spanisch oder Französisch spricht, kann seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern und leichter in internationalen Firmen Fuß fassen. Auch Erwachsene können noch Fremdsprachen erlernen und so ihre Kompetenzen erweitern. Allerdings sind Sprachkurse zeitintensiv und sollten am besten im Land der Zielsprache stattfinden. Das mit dem Berufsleben in Einklang zu bringen, ist gar nicht so einfach. Zum Glück gibt es den Bildungsurlaub! Im Folgenden erklären wir, was es damit auf sich hat, wer einen Anspruch darauf hat und welche Sprachkurse sinnvoll sein können. Außerdem geben wir Tipps zur Organisation und Finanzierung.

Was ist Bildungsurlaub?

In 14 von 16 Bundesländern haben Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Bildungsurlaub. Die Dauer kann dabei je nach Bundesland variieren. Der Urlaub muss vom Arbeitgeber gewährt werden, wenn er zu Fortbildungszwecken genommen wird. Der Arbeitnehmer muss also einen Kurs oder ein Seminar belegen, um neue Fähigkeiten und Kompetenzen zu erlangen. Diese müssen nicht unbedingt zum bereits ausgeübten Beruf passen. Trotzdem kann nicht einfach jeder Kurs belegt werden. Vielmehr muss das Angebot vom jeweiligen Bundesland offiziell als Bildungsurlaub anerkannt worden sein. Bayern und Sachsen sind derzeit die einzigen Bundesländer, in denen bisher leider noch kein gesetzlicher Anspruch auf Bildungsurlaub besteht.

Wer trägt die Kosten für den Bildungsurlaub?

Da es sich beim Bildungsurlaub um eine private Möglichkeit der Fortbildung handelt, muss der Arbeitnehmer auch selbst die Kosten für die Anreise, für die Unterkunft und für den Kurs tragen. Allerdings zahlt der Arbeitgeber während des Bildungsurlaubs den Lohn weiter, was die Deckung der Kosten erleichtern sollte. Außerdem gibt es ein weiteres Trostpflaster: Die Ausgaben für den Bildungsurlaub können in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Welche Chancen bietet ein Bildungsurlaub?

Neue Fähigkeiten können die Chancen auf besser bezahlte Positionen erhöhen und Arbeitnehmern dabei helfen, sich besser von der Konkurrenz abzuheben. Auch der Arbeitgeber kann profitieren, denn er gibt seinen Angestellten so Raum zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung und muss selbst nicht einmal etwas für den Kurs oder das Seminar bezahlen. Deswegen kann es auch für Arbeitgeber in den Bundesländern ohne gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub interessant sein, ihn freiwillig zu gewähren. Das trägt zu einer besseren Mitarbeiterbindung bei und zeigt Wertschätzung gegenüber den Angestellten.

Wie sinnvoll sind Sprachreisen als Bildungsurlaub?

Fremdsprachenkenntnisse können echte Karrierebooster sein und nicht nur dabei helfen, eine andere Sprache zu verstehen, sondern es auch einfacher machen, in eine fremde Kultur einzutauchen. Wer die Gepflogenheiten des anderen Landes kennt, punktet in geschäftlichen Meetings oder bei Verhandlungen nicht nur mit guter Grammatik, sondern kann auch Missverständnisse aufgrund kultureller Unterschiede leichter vermeiden und so ordentlich Sympathiepunkte sammeln. Schließlich kommt es nicht immer nur auf harte Fakten an. Auch bei Geschäftsbeziehungen achten die Entscheider oft darauf, dass die Chemie stimmt.

3 junge Menschen, die gemeinsam an etwas arbeiten und sich austauschen im Hintergrund ist ein Globus an die Tafel gezeichnet worden

Bildungsurlaub im Ausland ermöglicht die berufliche Weiterbildung in der Arbeitszeit, um die eigenen Fähigkeiten zu erweitern.

Welche Sprachkurse sind geeignet?

Sprachkurse im Ausland sind eine hervorragende Wahl, weil der Teilnehmer dann dauerhaft von der fremden Sprache umgeben ist und das Erlernte auch in seiner Freizeit sofort erproben kann. Beim Einkauf im Supermarkt festigen sich erste Floskeln bereits. Hinzu kommt, dass es im Ausland wahrscheinlicher ist, von einem Muttersprachler unterrichtet zu werden. Die Vielfalt der Sprachkurse ist allerdings groß, sodass viele Arbeitnehmer überfordert sind und nicht wissen, welchen Kurs sie auswählen sollten:

  • Intensivkurs: Wer in kurzer Zeit möglichst viel lernen möchte, ist mit einem Intensivkurs gut beraten. Meist wird in kleinen Gruppen Grammatik gepaukt. Gleichzeitig geht es auch darum, die Sprache anzuwenden und frei sprechen zu lernen.
  • Konversationskurs: Wer bereits Grundlagen in einer Fremdsprache hat, kann sich für einen Konversationskurs entscheiden und das Plaudern in einer anderen Sprache üben. Die Teilnehmer besprechen verschiedene Themen, lesen Texte und unterhalten sich über den Inhalt.
  • Businesskurs: In vielen Sprachkursen geht es vor allem darum, in Alltagssituationen zurechtzukommen. Wer sich aber mehr wünscht, als nur Tapas zu bestellen, und sich auch im beruflichen Umfeld selbstbewusst in der Fremdsprache bewegen möchte, sollte einen Businesskurs belegen. Dort bekommt man nicht nur wichtiges Business-Vokabular, sondern auch die Gepflogenheiten im jeweiligen Land vermittelt.
  • Sprachkurse für bestimmte Branchen: Manchmal werden auch Kurse angeboten, die sich an bestimmte Branchen richten und etwa viel technisches oder wirtschaftliches Vokabular vermitteln.

Natürlich müssen sich Arbeitgeber nicht zwingend für eine Art von Kurs entscheiden. Oft können Kombinationen, wie zum Beispiel aus einem Intensivkurs und einem Konversationskurs, den besten Lernerfolg bringen.

Welche Reiseziele bieten sich an?

Als Reiseziel sollte am besten ein Land ausgesucht werden, in dem die gewünschte Fremdsprache auch gesprochen wird. Für Spanisch bieten sich also Spanien sowie zahlreiche Länder in Mittel- und Südamerika an. Wer Englisch lernen möchte, ist in Großbritannien, in den USA, in Neuseeland oder in Australien gut aufgehoben.

Neben klassischen Sprachreisen in gängige Zielsprachen gibt es auch spezialisierte Angebote. Wer sich für politische und gesellschaftliche Themen im Nahen Osten oder in Nordafrika interessiert, findet bei Alsharq-Reise Kurse, die Studienreisen und anerkannte Bildungsurlaube verbinden.

Was ist beim Bildungsurlaub im Ausland zu beachten?

Bevor der Sprachkurs gebucht wird, sollten Arbeitnehmer überprüfen, ob er als Bildungsurlaub im eigenen Bundesland anerkannt ist. Viele Sprachschulen kümmern sich proaktiv um die Anerkennung, um so noch mehr Teilnehmer anzulocken, und kommunizieren das meist auch sehr offen auf ihren Webseiten. Üblicherweise wird dort angegeben, in welchen Bundesländern das Kursangebot anerkannt ist. Wer diese Anerkennung nicht nachweisen kann, muss damit rechnen, dass der Antrag auf Bildungsurlaub vom Arbeitgeber abgelehnt wird. Dann bestünde aber selbstverständlich die Möglichkeit, regulären Urlaub zu nehmen, um das Bildungsangebot trotzdem wahrnehmen zu können.

Wichtige Tipps für die Organisation

Damit das mit dem Bildungsurlaub auch klappt und es am Ende nicht an verpassten Fristen scheitert, sollten sich Arbeitnehmer vorab gründlich informieren. Wir haben hier noch ein paar Tipps für die Organisation:

  • Der Bildungsurlaub muss fristgerecht beim Arbeitgeber beantragt werden. Die Fristen können unterschiedlich sein. Üblicherweise ist der Antrag aber vier bis neun Wochen vor Antritt des Bildungsurlaubs einzureichen. Wer zu spät dran ist, hat keinen Anspruch auf Bewilligung. Das ist besonders ärgerlich, wenn bereits Flüge oder Unterkünfte gebucht worden sind.
  • Zusätzlich müssen Unterlagen vom Kursanbieter beigelegt werden. Das bedeutet also, dass sich Arbeitnehmer schon vorab um ein passendes Bildungsangebot kümmern und die notwendigen Informationen und den Nachweis über die Anerkennung der Bildungsanstalt einholen müssen.
  • Da die Kosten für den Bildungsurlaub vom Arbeitnehmer selbst zu tragen sind, sollte er frühzeitig Geld dafür zurücklegen. In manchen Bundesländern gibt es aber Fördermöglichkeiten, die individuell geprüft werden müssen. Gegebenenfalls erhalten Fortbildungswillige dann einen Zuschuss und müssen nicht für alles selbst aufkommen.
  • Einen guten Überblick für anerkannte Bildungsurlaube im Ausland gibt es auf eduase.de.

 

Bildquelle: depositphotos.com

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