Sprachkompetenz am Arbeitsplatz – bessere Aufstiegschancen und mehr Sicherheit
Nicht nur für Führungskräfte ist Sprachkompetenz am Arbeitsplatz wichtig. Die Arbeitswelt wird zunehmend internationaler. Beim Kontakt mit ausländischen Kunden und Geschäftspartnern, aber auch bei der Zusammenarbeit mit Mitarbeitern aus dem Ausland, ist Sprachkompetenz zwingend erforderlich. Kenntnisse der englischen Sprache werden in vielen Unternehmen gefordert. Häufig sind jedoch auch Kenntnisse von weiteren Fremdsprachen wichtig. Für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund sind Kenntnisse der deutschen Sprache unbedingt notwendig, um am Arbeitsplatz bestehen zu können. Sprachkompetenz betrifft nicht nur Fremdsprachen, sondern auch eine einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik in der deutschen Sprache.

Der Erwerb von Sprachkompetenz kann im Arbeitsalltag zu Aufstiegschancen und mehr Sicherheit führen.
Bedeutung von Sprachkompetenz im Arbeitsalltag
Sprachkompetenz am Arbeitsplatz ist wichtig in Führungspositionen, damit Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern sowie mit ausländischen Kunden und Lieferanten kommunizieren können. In Unternehmen, die international tätig sind und Niederlassungen im Ausland betreiben, sind Fremdsprachenkenntnisse eine wichtige Grundlage, um mit den Mitarbeitern in den ausländischen Niederlassungen zu kommunizieren. Nicht nur Führungskräfte müssen über Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Mitarbeiter in verschiedenen Positionen müssen Kontakte mit ausländischen Unternehmen knüpfen, um Kunden zu akquirieren oder Lieferanten zu finden.
In vielen Stellenausschreibungen werden Fremdsprachenkenntnisse gefordert. Kenntnisse in verschiedenen Fremdsprachen sind wichtige Zugangsvoraussetzungen für viele Arbeitsstellen und ein Türöffner für begehrte international ausgerichtete Positionen.
Sprachkompetenz betrifft nicht nur Fremdsprachenkenntnisse, sondern auch die Fähigkeit, die Muttersprache zu verstehen und richtig einzusetzen. Sie umfasst:
- Fähigkeiten beim Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben
- einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik
- umfangreichen Wortschatz
- gute Ausdrucksweise
- gute kommunikative Fähigkeiten
Sprachkompetenz ist gerade in kommunikativen Berufen eine wichtige Voraussetzung. Bei der Kommunikation mit Kunden, Geschäftspartnern und Lieferanten hinterlassen eine gute Ausdrucksweise und einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik einen positiven Eindruck. Auch im digitalen Zeitalter, wenn die Kommunikation häufig per E-Mail erfolgt, ist Sprachkompetenz wichtig. Auf ein Unternehmen werfen schlechte Formulierungen sowie Fehler bei der Rechtschreibung und der Grammatik ein schlechtes Licht.
Sprachbarrieren und ihre Folgen
Sprachbarrieren können am Arbeitsplatz viele negative Folgen haben. Sie können zu Missverständnissen aufgrund fehlerhafter Kommunikation führen. Das Arbeitsklima verschlechtert sich, was sich negativ auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die Produktivität auswirkt. Für Unternehmen können hohe Kosten entstehen, wenn Aufgaben und Projekte aufgrund von Sprachbarrieren nicht termingerecht erledigt werden können. Schlimmstenfalls führt das dazu, dass ein Unternehmen wichtige Kunden verliert. Missverständnisse aufgrund von Sprachbarrieren können auch zu Fehlern bei Projekten führen. Dem Unternehmen entstehen zusätzliche Kosten, da sie die Fehler beheben müssen.
Sprachbarrieren gefährden die Arbeitssicherheit, wenn Mitarbeiter wichtige Anweisungen nicht verstehen. Es kann zu Arbeitsunfällen mit schwerwiegenden Folgen kommen. Da Sprachbarrieren Spannungen und Konflikte hervorrufen können, ist die Gesamtleistung eines Unternehmens gefährdet. Es ist daher wichtig, die Sprachkompetenz zu fördern.
Sprachförderung im Unternehmen
Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten für die Sprachförderung. Sie können Mitarbeitern mit Migrationshintergrund Deutschkurse anbieten und sie für die Teilnahme an den Kursen freistellen. Die Kurse können jedoch auch berufsbegleitend am Abend oder online absolviert werden. Die Unternehmen können die Kosten für diese Kurse tragen.
Größere Unternehmen können unternehmensintern Sprachkurse anbieten, indem ein Sprachlehrer regelmäßig ins Unternehmen kommt und die Mitarbeiter schult. Der Sprachunterricht kann in kleinen Teams stattfinden. Da die Mitarbeiter über unterschiedliche Kenntnisse verfügen, findet ein Einstufungstest statt.
Unternehmen können Mitarbeitern mit Migrationshintergrund auch deutschsprachige Mitarbeiter, die über perfekte Deutschkenntnisse verfügen, als Mentoren zur Seite stellen. Diese Mentoren unterstützen die ausländischen Mitarbeiter, vermitteln ihnen Kenntnisse in der deutschen Sprache und stehen ihnen für alle Fragen zur Seite. Im Idealfall verfügen diese Mentoren auch über Kenntnisse der englischen Sprache oder einer weiteren Fremdsprache.
Nicht alle deutschsprachigen Mitarbeiter verfügen über gute Sprachkompetenz. Diese Mitarbeiter können an Deutschkursen an Volkshochschulen oder an Online-Deutschkursen teilnehmen, die der Arbeitgeber bezahlt. Auch diese Mitarbeiter können einen Mentor erhalten, der sich mit der deutschen Sprache perfekt auskennt und sie fördert.
Für Unternehmen ist es wichtig, die Ursachen von Sprachbarrieren zu erkennen. Auch Dialekte können zu Sprachbarrieren führen. Es kommt darauf an, eine gute Sprachkultur im Unternehmen zu pflegen.
Gesetzliche Grundlagen und politische Initiativen
Die Bundesregierung hat mit der „Darstellung der Maßnahmen der Bundesregierung für die Sprachförderung und Integration von Flüchtlingen“ erstmals im April 2017 eine Initiative zur Sprachförderung ergriffen. Die Darstellung wurde aufgrund zahlreicher Änderungen aktualisiert und insgesamt auf die Sprachförderung und Integration ausgerichtet. Bei der Integrationsstrategie der Bundesregierung handelt es sich um ein modulares Angebot für verschiedene Zielgruppen. Es umfasst:
- Sprachvermittlung
- Integration in Ausbildung, Bildung und Arbeit
- Gesellschaftliche Integration
Zusätzlich zu den Grundangeboten gibt es vertiefende und komplementäre Angebote. Die Bundesregierung unterstützt ehren- und hauptamtliche Helfer in zahlreichen Projekten. Der Grundsatz des Förderns und Forderns ist die Grundlage der integrationspolitischen Strategie der Bundesregierung.
Gesetzliche Grundlagen der Sprachförderung in Deutschland sind das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) sowie das Zweite Buch Sozialgesetzbuch (SGB II). Darin ist geregelt, dass für alle Menschen der Zugang zu Bildung und die Integration in die Gesellschaft gewährleistet werden müssen.
Für die Sprachkompetenz am Arbeitsplatz ist das SGB II eine wichtige gesetzliche Grundlage. Es beinhaltet Regelungen zur Bildungs- und Integrationsförderung für Erwachsene und wird häufig im Kontext der Arbeitsförderung diskutiert. Kernpunkte sind:
- Integration in den Arbeitsmarkt mit der Förderung der Sprachkompetenz als Schlüsselkompetenz
- Unterstützung der beruflichen Weiterbildung durch Sprachkurse
- Gewährleistung des Zugangs zu Bildungsangeboten für alle Erwachsenen
Praxisbeispiele und Erfolgsmodelle
Ein Beispiel aus der Praxis und gleichzeitig ein Erfolgsmodell für die Sprachförderung in Unternehmen ist das Bildungszentrum „Bildungsschmiede Passau“. Das Bildungszentrum ist auf die berufliche Integration von Arbeitssuchenden, Migranten und Jugendlichen spezialisiert und arbeitet eng mit der Agentur für Arbeit zusammen. Es bietet maßgeschneiderte Kurse und Trainings an.
Die Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch stellt verschiedene Kurse zur Verfügung, die auf unterschiedliche Berufsgruppen ausgelegt sind. Sie bietet Kurse für Mitarbeiter in Unternehmen, für Erzieher und für Pflegekräfte an. Ein Praxisbeispiel und Erfolgsmodell ist das betriebliche Sprachmentoring. Beschäftigte mit Migrationshintergrund werden beim Erlernen der erforderlichen Deutschkenntnisse für die Arbeit aktiv von Deutschlehrkräften und Mitarbeitern unterstützt. Für diese Mitarbeiter wurde das Förderprogramm IQ aufgelegt, dessen Fortbildungs- und Beratungsformate für ausländische Mitarbeiter mit unterschiedlichen Kenntnissen bereitstehen.
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) ist ein weiteres Beispiel für die Sprachförderung am Arbeitsplatz. Es hilft bei der Einschätzung des Sprachniveaus von Geflüchteten, die sich auf Arbeitsstellen in Deutschland bewerben. Abhängig vom Sprachniveau, das in die Stufen A, B und C gegliedert ist, werden verschiedene Förderungsmöglichkeiten wie Integrationskurse oder berufsbezogene Deutschkurse angeboten. Das Goethe-Institut bietet auf seiner Webseite Interessierten kostenlos die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.
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